Lerntipps für zu Hause in der Coronakrise

07.04.2020 - 10:00

Unterricht zu Hause bis mindestens Mitte Mai 
Diakonie-Lernförderin Hannah Höfler gibt Tipps, wie die Motivation gefördert und das Lernen erleichtert werden kann.

Vereinbaren, wie ein gutes Zusammenleben gelingen kann

Nach den Ferien zu Hause folgt nun wieder Schule zu Hause. Für SchülerInnen und Eltern bleibt das weiter herausfordernder Alltag. „Umso wichtiger ist es, gemeinsam mit den Kindern an einem Strang zu ziehen, Vereinbarungen zu treffen, die ein gutes Zusammenleben fördern und erleichtern“, ermutigt Hannah Höfler Eltern. Die Zeit nach den Ferien ist dafür gut geeignet.

Eigene Ansprüche hinterfragen

Viele Eltern haben hohe Ansprüche an die Kinder und an sich selbst, was die Schule betrifft. Dabei brauchen Eltern die Lehrkräfte ja nicht ersetzen. „Es genügt, als LernberaterIn zur Seite zu stehen. Interessieren Sie sich für ihre Lerninhalte und fragen Sie nach. Es ist schön, wenn Sie Ihre Kinder motivieren können jeden Tag etwas für die Schule zu tun. Es ist aber auch in Ordnung wenn dies einmal nicht gelingt und Sie nicht alle Fragen Ihrer Kinder beantworten können. 

Struktur hilft und ein Plan erleichtert die Orientierung

Auch wenn die Kinder nun schon Erfahrung darin haben, dass Schule nun zu Hause stattfindet. Ein Plan hilft Kindern, sich zu orientieren. „Schaffen Sie gemeinsam einen Tages- oder Wochenplan mit Vereinbarungen, an die sich alle halten können.“

Tun, was begeistert und neugierig bleiben

„Zeigen Sie Ihren Kindern Dinge, für die Sie selbst sich begeistern können.“ Hannah Höfler weiß, wovon sie spricht. Sie häkelt zum Beispiel gerne, während die Kinder lernen. „Das zeigt: Ich bin da, gleichzeitig aber auch entspannt und im Hintergrund und nicht auf Beobachtungsposten.“ Die Ausgangsbeschränkungen sieht sie auch als Chance für neue Nähe: „Bleiben Sie neugierig auf die Lebenswelt Ihrer Kinder und beschäftigen Sie sich damit. Nach dieser Krise werden es genau diese Momente sein, an die Ihre Kinder mit Freude zurückdenken. Es ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich!“

Lerntipps:

  • Selbstbestimmtheit fördern – das Kind auswählen lassen, was es wann lernen möchte
  • Tempo selbst bestimmen lassen
  • Die Konzentration lässt nach 20-30 Minuten nach.
  • Während der Pause kein Fernsehen oder Computer spielen, sondern Musik hören, Obst schneiden und essen, zeichnen oder körperliche Aktivktät.
  • Einfache Aufgaben zuerst lösen. Das bewirkt ein gutes Gefühl und motiviert.
  • Kinder nicht beobachten beim Lernen sondern am besten selbst etwas tun und in Rufweite bleiben.

Lernförderin Hannah Höfler von den Heilpädagogischen Kindergruppen im Diakonie Zentrum Spattstraße. Eine einfache Geste der Fürsorge für die Kinder ist das schneiden eines Apfels für die Pause.  
Sie häkelt gerne, während die Kinder lernen. „Das zeigt: Ich bin da, gleichzeitig aber auch entspannt und im Hintergrund und nicht ständig auf Beobachtungsposten.“