Niemand darf verloren gehen!

04.11.2011 - 08:26

Start der Kampagne für "Jugendliche ohne Zukunft"

Jugendarbeitslosigkeit, Schulabbruch und Hoffnungslosigkeit bekämpfen. Soziale
Investitionen zahlen sich aus.

10.000 Jugendliche brechen jedes Jahr vorzeitig die Schule ab. 30.000 Kinder und Jugendliche sind
auf Unterstützung der Jugendwohlfahrt angewiesen. 148.000 Jugendliche unter 19 Jahren in
Österreich werden als „manifest arm“ bezeichnet, das heißt sie müssen unter sozial bedrückenden
Lebensverhältnissen leben. Und in ganz Europa verschärft sich in Folge der Finanzkrise die Situation
für Jugendliche am Arbeitsmarkt.

Die Diakonie startet ihre Plakatkampagne „Hoffungsträger“, um mit Nachdruck auf 
Jugendarbeitslosigkeit, Schulabbruch und Hoffnungslosigkeit hinzuweisen. „Niemand darf verloren
gehen“, betont Diakonie Sozialexperte Martin Schenk. „Es geht darum, jungen Leuten, die als
'verloren' angesehen werden, Zukunft zu geben. Es geht darum, die Schnittstellen zwischen Schule,
sozialer Arbeit und Ausbildung zu sichten und zu verbinden. Es geht darum, präventiv und frühzeitig
zu helfen“, fasst Schenk die Anliegen der Kampagne zusammen.

In Oberösterreich fängt das Diakonie Zentrum Spattstrasse junge Mädchen und Burschen in ihrer Krisen- und Notschlafstelle Wàki auf, investiert in frühe Hilfen für Eltern und begleitet Kinder im Pflichtschulalter mit  intensiver pädagogischer und bei Bedarf auch therapeutischer Unterstützung. 
„Jugendliche sind oft sehr verzweifelt, wenn zu Hause alles schief läuft. Diese Verzweiflung wirkt sich
natürlich auf Schulleistungen aus. Sie kann aber auch so weit gehen, dass die Jugendlichen von zu
Hause weglaufen – zu Freunden oder zu uns in die Krisenstelle Wàki. Wenn man bedenkt, dass 70%
dieser Jugendlichen bereits Psychiatrie-Erfahrung haben, kann man sich vorstellen, wie groß ihre Not
ist“, berichtet Thomas Fux, Sozialpädagoge und Abteilungsleiter im Diakonie Zentrum Spattstraße
Er plädiert aus langjähriger Erfahrung für frühe Hilfe: „In der heilpädagogischen Tagesklinik betreuen
wir Kinder ab 6 Jahren, die mit ihrem auffälligen Verhalten nahe daran sind, von der Schule zu
fliegen. Die Eltern sind häufig betroffen und hilflos, manchmal auch aggressiv und gewalttätig. Je
früher die Hilfe ansetzt, umso leichter fällt es Eltern und Kindern, neue Verhaltensweisen zu
erlernen.“