Nähe durch Nähen

13.02.2020 - 10:10

Wie gemeinsames Nähen Mütter und Kinder stärkt

Upcycling: Im Projekt "Nähe durch Nähen" entsteht neue Kleider um wenig oder gar kein Geld. 

Die Idee kam von Müttern, die wir bei den "Frühen Hilfen" betreuen. Viele der Mütter müssen mit wenig Geld auskommen. Sie haben überlegt, aus Kleidungsstücken, die nicht mehr passen, neue zu nähen. Upcycling heißt dieser "Trend", der von viel Positivem begleitet wird: Neue Kleider um wenig oder gar kein Geld, kreatives Tätigsein und Gemeinschaft erleben.

"Für mich geht hier ein Wunsch in Erfüllung" 

Menschen, die finanziell in einer schwierigen Situation sind, sind häufig auch psychisch stark belastet. Umso mehr, wenn sie sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen. Eine bunte Kinderhose oder ein T-Shirt selbst herzustellen kann ein Erfolgserlebnis sein, dass eine Mutter psychisch aufrichtet. Besonders, wenn sie diese Aufgabe selbst gewählt hat.

"Ich habe von meiner Mutter nähen gelernt, aber ich habe lange nicht mehr genäht," erzählt Andrea M., während ihr Sohn Johann auf ihren Schoß klettert und neugierig auf die Nähmaschine schaut. "Für mich geht hier ein Wunsch in Erfüllung. Ich nähe gerade eine Hose für Johann. Ich kann mir selber keine Nähmaschine leisten und auch Stoffe sind zu teuer. Hier treffe ich andere Mütter, ich kann meine Kinder mitnehmen, ich bekomme auch Stoffe aus Spenden. Es ist eine schöne Gemeinschaft hier und wir helfen zusammen, irgendwer kennt immer eine Lösung."

Nähe und Austausch

Im Diakonie Zentrum Spattstraße haben die Frauen die Möglichkeit, sich regelmäßig zu treffen, und gemeinsam zu nähen. Die Mütter lernen in der Nähgruppe voneinander auch Strategien, wie sie ihre eigenen Interessen mit den Bedürfnissen der Kinder in Einklang bringen können. Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit wirkt sich sehr positiv auf die Kinder aus. Die Kinder erleben das handwerkliche Tun ihrer Mütter – im Bildschirmzeitalter für viele eine neue, prägende und beispielgebende Erfahrung.

Das gemeinsame Nähen verbindet die Frauen, es entsteht Nähe und stützende Netzwerke können wachsen.

Ziel ist es, dass sich die jungen Mütter auch zu Hause kreative bzw. handwerkliche Arbeiten zutrauen, insbesondere neben ihren Kindern. So können sie die stärkenden Erfahrungen aus der Gruppe auf andere Lebensbereiche übertragen.

Je nach Spendengeldern werden ca. 3 - 5 Workshops zu je 15 Stunden abgehalten. Jede Spende hilft und kommt den Familien zugute.

Mit Ihrer Spende kaufen wir Overlock-Nähmaschinen, Stoffe und Zubehör und finanzieren die notwendigen Personalkosten.

Doris Fleischanderl ist Familienbegleiterin der Frühen Hilfen im Diakonie Zentrum Spattstraße. "Ich oragnisiere die Nähtreffs, Schnitte und Schneiderutensilien und kaufe Stoffe und Zubehör. Ich finde einen Termin, an dem wir den Raum nutzen können, den ich in Nähwerkstatt und Kinderspielzimmer gleichzeitig umgestalte. Und je nachdem, wer mich gerade braucht, bin ich dann bei den Müttern und helfe beim Nähen oder bei den Kindern, um mit ihnen zu spielen."

Über Spenden auf unser Spendenkonto unter dem Stichwort NÄHPROJEKT freuen wir uns sehr.
Hypo OÖ. Landesbank AG
IBAN: AT21 5400 0000 0044 4448 

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Nähere Infos dazu hier.