Telefonberatung für Mütter

29.03.2020 - 12:00

"Nicht auf jene vergessen, die es jetzt besonders schwer haben."

Hilfe aus dem Homeoffice während der Coronakrise.
 

"Wir helfen Müttern mit kleinen Kindern. Normalerweise machen wir viele Hausbesuche – das geht jetzt natürlich nicht mehr. Deswegen machen wir jetzt Telefonberatung aus dem Homeoffice. Das bedeutet, dass ich schon beim Frühstück die ersten Anrufe bekomme. In erster Linie geht es jetzt darum, zuzuhören, da zu sein und Ängste zu nehmen.

Was soll ich tun, wenn mein Kind krank ist? Wie kann ich Essen bekommen, wenn ich selbst krank bin und nicht einkaufen gehen soll? Und oft auch: Was soll ich jetzt mit offenen Rechnungen machen?

Abgrenzen, das fällt mir jetzt schwerer als sonst. Weil wir die Gespräche im wahrsten Sinne des Wortes mit nach Hause nehmen. Und weil wir alle ähnliche Sorgen haben. Wir sind alle in einer ähnlichen Lage: Plötzlich ist alles anders.

Die Eltern nehmen die neue Situation alle sehr ernst. Für manche ist es jetzt auch etwas leichter als früher – Termine sind abgesagt, wodurch mehr Zeit für die Familie bleibt und der Partner kann jetzt daheim mehr unterstützen als sonst. Aber viele wohnen auch auf engstem Raum zusammen – das ist auf Dauer nicht gut.

Für alleinerziehende Mütter sind die Tage jetzt lang. Manche haben niemanden, mit dem sie reden können.

Deswegen ist es so wichtig, das wir weitermachen.

Was mir Hoffnung macht, ist, dass die Menschen nicht alleingelassen werden. Es soll ja finanzielle Unterstützung von der Regierung geben. Aber wie das genau umgesetzt wird, werden wir sehen. Ich hoffe, dass man da nicht gerade auf jene Menschen vergisst, die es jetzt besonders schwer haben."

Doris Rögner, Leiterin des Frühe Hilfen-Teams Linz und Umgebung des Diakonie Zentrum Spattstraße, hat Lukas Plank (Diakonie) von ihrer Arbeit während der Coronakrise erzählt.